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Pädagogisches Konzept der Evangelischen Kindertagesstätte Langenhain-Ziegenberg

1. Theoretische Grundlagen

Erziehung und Bildung in der frühen Kindheit werden maßgeblich bestimmt durch das, was ein Kind in seiner unmittelbaren Lebenswelt erfährt. In den ersten so wichtigen Lebensjahren sind Kinder darauf angewiesen, dass ihre psychischen Grundbedürfnisse nach Bindung, Kompetenz und Autonomie von ihrer unmittelbaren sozialen Umwelt befriedigt werden (Deci und Ryan, 1992).
Nach Bowlby (1987) ist ein Kind von Geburt an sowohl mit dem Verhaltenssystem der Bindung als auch mit dem der Exploration ausgestattet. Das Grundbedürfnis nach Bindung wird in der Regel primär von den Eltern beantwortet. Hat ein Kind eine stabile Bindung aufgebaut, so kann es von dieser sicheren Basis aus seine Umwelt erkunden, sofern es von seinen Interaktionspartnern in seiner Neugier, seiner Exploration und beim Erwerb von Fähigkeiten einfühlsam unterstützt wird (Kindler und Grossmann, 2004).

2. Umsetzung in der Praxis

In praktischer Konsequenz dieser Erkenntnisse der aktuellen Motivations-, Bindungs- und Bildungsforschung bietet sich unsere Tagesstätte als verlässlicher, überaus anregender, ja abenteuerlicher Ort für Kinder von 2 bis 10 Jahren an.

2.1. Rahmenbedingungen

Dies gelingt mit Hilfe von Rahmenbedingungen, die unsere vertrauenswürdigen Beziehungen zum Kind zu Bindungsbeziehungen im Bowlby'schen Sinne werden lassen, wenn sie auch im Vergleich zu denen der Eltern nachgeordnet bleiben: Unsere 35 Kinder verteilen sich auf zwei überschaubare Gruppen von 15 und 20 Kindern, erstere als Integrativgruppe für behinderte und gesunde Kinder von zwei bis sechs Jahren, letztere für Kinder von drei bis zehn Jahren. In jeder dieser Gruppen stehen den Kindern zwei Bezugserzieherinnen zur Verfügung, die gegebenenfalls noch von zusätzlichem (Integrativ-) Personal unterstützt werden. Unsere Dienstplangestaltung garantiert nicht nur die Anwesenheit von mindestens zwei Erzieherinnen pro Gruppe während der gesamten Öffnungszeit von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Durch gruppenübergreifende „Mischung" des Teams in den Randbetreuungszeiten am frühen Morgen und am Nachmittag sorgen wir dafür, dass zu jeder Zeit eine ihrer Bezugserzieherinnen für die Kinder zur Verfügung steht.

2.2. Eingewöhnungsphase

Die Eingewöhnungsphase dauert bei unter Dreijährigen ca. 3 Wochen, bei älteren Kindern etwa 1 Woche. Ziel der Eingewöhnungsphase ist es in beiden Fällen, dem Kind mit Hilfe seiner anwesenden Eltern eine sichere Basis zu bieten, von der aus es relativ stressfrei die fremde Umgebung der Kindertagesstätte kennenlernen und zu seinen Bezugserzieherinnen Vertrauen fassen kann.
Durch Patenschaften übernehmen unsere sechsjährigen Kinder fürsorglich Verantwortung für jeweils ein (unter) dreijähriges neues Kind. Sie sitzen z.B. bei den gemeinsamen Mahlzeiten neben ihren Schützlingen, helfen gemeinsam mit der Bezugserzieherin beim Anziehen und bei den ersten Toilettengängen oder geben Anleitung bei der Nutzung von Spielgeräten drinnen und draußen. Auf diese Weise wird die Integration, nicht zuletzt auch der entwicklungsverzögerten, Neuankömmlinge in die altersgemischte Gruppe wesentlich erleichtert.

2.3. Sicherheit durch ritualisierte Abläufe

Auch über die Eingewöhnungszeit hinaus begleitet eine der beiden Bezugserzieherinnen die Jüngsten durch den Kindertagesstättenalltag: So ist in der Regel eine der beiden Bezugserzieherinnen zur Stelle, wenn das Kind morgens von den Eltern übergeben wird, um zum Beispiel durch das Ritual des gemeinsamen Winkens die Trennung zu erleichtern. Solange noch Bedarf besteht, begleitet eine Bezugserzieherin das Kind zu den offenen, altersgemischten Spiel- und Lerngelegenheiten, bei denen es nicht nur die anderen Kinder, sondern auch die jeweiligen Räume und die anderen beiden Erzieherinnen kennenlernt. Die zuverlässige Nähe der Bezugserzieherin, gemeinsame Rituale wie das bedarfsgerechte, liebevolle Wickeln und täglich wiederkehrende Abläufe wie das gemeinsame Frühstück um 10.00 Uhr in der Gruppe mit anschließendem Morgenkreis, das frisch zubereitete Mittagessen um 12.30 Uhr oder der Schlaf danach für die Jüngsten auf der Empore ihres Gruppenraumes im vertrauten, von zu Hause mitgebrachten Bettzeug, schaffen bei aller spontanen Vielfalt eine sichere, vertrauensvolle Umgebung, die unsere Kinder zunehmend ermutigt, die von uns gestalteten Lerngelegenheiten selbstbestimmt und entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten zu entdecken und auszuprobieren.

2.4. Umsetzung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans

Gestützt auf den Hessischen Bildungsplan, an dessen Erprobung wir im Auftrag des hessischen Sozialministeriums bereits im Tandem mit der Örtlichen Grundschule beteiligt waren, tragen wir der Wissbegierde unserer Kinder durch ein umfassendes und vielfältiges, entwicklungsstimulierendes Angebot Rechnung.
So wollen wir z.Bspl. mit unserem wöchentlichen „Erlebnistag" - auch neudeutsch „Out-door-Tag" genannt- nicht nur dem verstärkt zu beobachtenden Bewegungsdrang unserer Kinder begegnen.
Vielmehr sollen den Kindern an diesem Vormittag ganz unterschiedliche Erlebnisse in stets wechselnder Umgebung ermöglicht werden. Wie viele engagierte Pädagogen haben auch wir längst begriffen, dass die Natur ein einziges großes Bildungsreservoir ist. Dabei aktiviert das abwechslungsreiche Gelände um Langenhain-Ziegenberg (Wald, Moosflächen, Felsen, Hecken, Wiesen, Felder, Pfützen, Vogelbach und Usa...) nicht nur Forscherdrang und Abenteuerlust der Kinder. Darüberhinaus werden vielfältige Körper- und Sinneserfahrungen vermittelt und in diesem Zusammenhang Motorik und Wahrnehmung im Sinne ganzheitlicher Pädagogik gefördert: Entdecken, Beobachten, Benennen, Hypothesen bilden, mit anderen darüber diskutieren - das sind Bildungserfahrungen per se.
Und während die Politik noch heftig darüber rangelt, wie man vor der Schule und in der Schule Defizite ausgleicht ,die im Rahmen der PISA-Studie aufgezeigt worden sind, bieten wir in Langenhain bereits seit vielen Jahren erlebnispädagogische Alternativen an.
Seit 2003 können wir auch unser, von der Kommune Ober-Mörlen großzügig ausgestattetes, in seinem unteren Teil naturnah gestaltetes Außengelände nutzen, um in obigem Sinne mit den Kindern Feuer zu machen, Hütten zu bauen oder in Höhlen zu kriechen. Aber auch in den im Jahre 2000 fertiggestellten, von der Kommune Ober-Mörlen um- bzw. neu gebauten Innenräumen unserer Kita gibt es genügend Freiräume zu selbständigem Erkunden und Entdecken. Hierfür müssen wir Erzieherinnen nur noch die geeigneten Gegenstände und Materialien bereitstellen! Unentbehrliche Voraussetzung für dieses selbstbestimmte Lernen ist die Annahme und Anerkennung jedes einzelnen Kindes, das Ernstnehmen seiner Gefühle, Gedanken und Fragen. So lassen wir die Kinder nicht nur während der bedarfsorientiert angebotenen Sprachförderung spüren, dass das, was sie sagen, wichtig ist, sondern helfen ihnen auch bei anderen Anlässen auszudrücken, was in ihnen vorgeht. Mit Hilfe des Sprachscreening-Programmes „Kiss" wird auch bei uns der Sprachstand aller vierjährigen Kinder erfasst, um gegebenenfalls eine notwendige Förderung einleiten zu können.

Eine sinnvolle Ergänzung und Unterstützung der Sprachentwicklung bilden unsere musikalischen Angebote: Das Gehör, die Feinmotorik, die Atmung und nicht zuletzt die „Schwingungen" zwischen den musizierenden Kindern und Erwachsenen werden durch regelmäßiges Singen, häufiges Erproben von Orff-Instrumenten oder auch durch Tanzen und Bewegung nach Musik günstig beeinflusst.
Darüber hinaus dürfen wir uns glücklich schätzen, seit Herbst 2003 in unseren Räumen und zu sehr günstigen Konditionen für Kinder unserer Tagesstätte musikalische Früherziehung anbieten zu können.
Ihren wachsenden Fähigkeiten und erweiterten Interessen entsprechend, bieten wir unseren fünf- bis sechsjährigen Kindern zusätzlich zweimal in der Woche die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen religionspädagogischen, historischen, sozial- und naturkundlichen, aber auch hauswirtschaftlichen und nicht zuletzt musischen Projekten an. Im Rahmen dieser Projekte können die Kinder z.B. einen Familiengottesdienst mit vorbereiten und das Programm eines Seniorennachmittages mitgestalten. Sie können mit uns nach Spuren der Römer oder des Mittelalters suchen, sich mit moderner Kunst oder klassischer Musik beschäftigen, einen Koch- oder Backkurs absolvieren und in der Umgebung Langenhain-Ziegenbergs Tiere und Pflanzen in ihrem Lebenszusammenhang beobachten, unterscheiden und bestimmen lernen.
Hierbei geht es uns nicht in erster Linie um eine Erweiterung des Sachwissens unserer Kinder. Im Zusammenhang solcher Projekte versuchen wir, anders als durch die isolierte Förderung des Frühlesens, -schreibens oder -rechnens, ganzheitlich wesentliche Fähigkeiten als wichtige Grundlagen allen weiteren Lernens zu fördern:

  • die Kontrolle der eigenen Bewegung (der Grobmotorik wie auch der Feinmotorik, z.B. des Zeichnens als Voraussetzung des Schreibens)
  • die Artikulation und Festigung von Sprache (als Voraussetzung des Lesens und des Textverständnisses)
  • das Unterscheiden, Ordnen und Vergleichen; die Sensibilisierung für quantitative Anordnungen und Muster; das Bilden von Hypothesen und ihre Überprüfung durch Experimente (als Voraussetzung des naturwissenschaftlich-mathematischen Denkens)

Im Rahmen unserer Projekte können die Kinder ihr Gemeinwesen entdecken und andere Lebenswelten kennenlernen, so ermutigen wir sie nicht zuletzt zu aktiver Teilhabe an Kirche und Gesellschaft.

2.5. Die Tagesstätte als Teil des Gemeinwesens

Als Kita in kirchlicher Trägerschaft sind wir Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Langenhain-Ziegenbergs. Die Mitwirkung bei Gottesdiensten, Gemindefesten und ähnlichen Gemeindeveranstahungen und die damit einhergehenden generationen - und gruppenübergreifenden Kontakte erleichtern uns nicht nur das Erreichen der zuletzt genannten Projektziele. Darüber hinaus wird durch die Vernetzung von kirchengemeindlichen Angeboten z.B. für Krabbelkinder oder Kinder im Grundschulalter (Kindergottesdienst) mit der Kindertagesstätte interessierten Eltern und Geschwistern der Zugang zu diesen Gruppen erleichtert und so der häufig beklagten sozialen Isolation gerade auch neuzugezogener Familien entgegengewirkt.
In diesem Zusammenhang sind auch die zahlreichen Feste und Feiern unserer Tagesstätte in der Faschingszeit, im Sommer, zu St.Martin oder Weihnachten eine wichtige Gelegenheit für das generationenübergreifende Kennenlernen junger und alter, in Langenhain-Ziegenberg wohnender Familien.

2.6. Elternarbeit

Für die Ermittlung der Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien, zur Erfüllung der Aufgaben und Ziele unserer Kindertagesstätte ist eine intensive Zusammenarbeit mit Eltern unerlässlich. Dies geschieht in partnerschaftlicher Weise durch informative Elternabende und Elternbildungsangebote, aber auch durch das Angebot von Beratungs- und Entwicklungsgesprächen, in deren Verlauf wir unsere systematischen, dokumentierten Beobachtungen des kindlichen Verhaltens, seiner Stärken und Schwächen mit den Eltern diskutieren, um in gegenseitiger Ergänzung seine individuelle Förderung vereinbaren zu können. Besonders wichtig ist die Mitwirkung der gewählten Elternvertreter im Kindertagesstättenausschuss, in dem alle maßgeblichen betrieblichen und pädagogischen Entscheidungen beraten werden.

Kasten l

Einige Beispiele unserer Regeln

  • niemandem wehtun
  • alles hat seine Zeit
  • alle Dinge haben ihren festen Platz
  • bevor wir etwas Neues anfangen,wird aufgeräumt
  • verhandeln
  • abstimmen und
  • Beschlüsse einhalten
  • Warten, bis man an der Reihe ist...
Kasten 2

Beispiele dafür, was zum Erfahrungsschatz unserer Kinder gehört:

  • eine Brücke über den Vogelbach gebaut haben
  • darüber balanciert und
  • hineingefallen sein
  • jemanden getröstet haben
  • einen Hefeteig geknetet haben
  • sein Lieblingsessen selbst zubereitet haben
  • den Tisch gedeckt haben
  • ein Selbstportrait gemalt haben
  • mit dem Schlitten einen steilen Hügel hinuntergefahren sein
  • auf der Schlittenbahn (und hinterher in der Küche) mit Eis und Schnee experimentiert haben
  • traurig gewesen sein
  • mehrere Musikinstrumente ausprobiert haben
  • verschiedene Martins-Lieder auswendig gelernt haben
  • den Zug der Kraniche beobachtet haben
  • mehrere Worte (und Lieder) in einer fremden Sprache kennengelernt haben
  • Stolz gefühlt haben
  • 3 Bäume im Wald sicher bestimmt haben
  • gestaunt haben
  • ein Gebet gesprochen haben
  • biblische Geschichten gehört haben
  • Theater gespielt haben
  • klassische Musik gehört haben
  • auf den Resten des Limes durch das Vogeltal gewandert sein
  • den Römerturm entdeckt und gezeichnet haben
  • die Ruinen der Münzenburg erforscht haben
  • einen Stuhlkreis geleitet haben
  • mindestens 10 verschiedene Kreisspiele kennengelernt haben
  • dankbar gewesen sein
  • einen Familiengottesdienst mit anderen für andere gestaltet haben
  • im Feuerwehrauto nach Hause gefahren sein
  • über eine Felswand geklettert sein und danach
  • Schiefer und Quarzit zu unterscheiden gelernt haben
  • Zwei verschiedene Köcherfliegenarten identifiziert haben
  • Einen Schlafapfel auseinandergeschnitten und hineingeschaut haben.
  • ...Fortsetzung täglich in unserer Kita!

 

 

 

 

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